Pflegeheimkosten in Niedersachsen

Eigenanteil, Nachbarländer, 1.409 Heime mit Dauerpflege und das Landesrecht in Niedersachsen im Überblick.

Geprüft am: 28. September 2026 Aktualisiert am: 28. September 2026
Neues Rathaus in Hannover
Symbolbild: Neues Rathaus in Hannover. Foto: Kookay/Pixabay

Kurz beantwortet

Ein Platz im Pflegeheim kostet Bewohner in Niedersachsen im ersten Jahr durchschnittlich 3.008 € im Monat aus eigener Tasche. Ab dem vierten Jahr sind es 1.891 €, weil die Pflegekasse dann 75 % des Pflegeanteils übernimmt. Damit ist Niedersachsen das zweitgünstigste Bundesland, 356 € unter dem Bundesschnitt (vdek, 1. Juli 2026).

1. Jahr im Heim

3.008 €

Eigenanteil pro Monat

Ab dem 4. Jahr

1.891 €

Eigenanteil pro Monat

Zum Bundesschnitt

-356 €

Bund: 3.364 €

Seit Juli 2025

+223 €

+8,0 %

Woraus sich der Eigenanteil zusammensetzt

Vor dem Zuschlag der Kasse kostet ein Heimplatz in Niedersachsen 3.287 € im Monat, 390 € weniger als im Bund. Den größten Abstand gibt es beim Pflegeanteil: 1.862 € statt 2.088 €.

€ pro Monat, vor dem ZuschlagNiedersachsenBundDifferenz
Pflegeanteil (EEE)1.8622.088-226
Unterkunft und Verpflegung8571.068-211
Investitionskosten568521+47
darin Ausbildungsumlage136150-14
Summe3.2873.677-390

Eigenanteil nach Aufenthaltsdauer

Wer vier Jahre in Niedersachsen im Heim lebt, zahlt in dieser Zeit im Schnitt rund 119.800 € selbst. Die Kasse übernimmt im ersten Jahr 279 € des Pflegeanteils von 1.862 €, ab dem vierten Jahr 1.397 €. Der Zuschlag nach § 43c SGB XI senkt nur den Pflegeanteil.

Zeit im HeimZuschlagNiedersachsen, €Bund, €
bis 12 Monate15 %, 2793.0083.364
13 bis 24 Monate30 %, 5592.7283.051
25 bis 36 Monate50 %, 9312.3562.633
ab dem 37. Monat75 %, 1.3971.8912.111

Mit den Preisen Ihres Heims rechnen

Vorbelegt ist der Durchschnitt in Niedersachsen. Tragen Sie die Monatsbeträge aus der Preisliste Ihres Heims ein.

Pflegeheim im Nachbarland

Am günstigsten unter den Nachbarn ist Sachsen-Anhalt mit 2.891 € im ersten Jahr, 117 € weniger im Monat. Am teuersten ist Bremen mit 3.761 €.

€ pro Monat1. JahrAb 4. JahrDifferenz 1. Jahr
Niedersachsen3.0081.891
Sachsen-Anhalt2.8911.695-117
Mecklenburg-Vorpommern3.0321.790+24
Schleswig-Holstein3.1482.079+140
Brandenburg3.1501.847+142
Thüringen3.1631.936+155
Hessen3.4312.091+423
Hamburg3.4812.186+473
Nordrhein-Westfalen3.6712.481+663
Bremen3.7612.383+753

Pflegeheime und Plätze in Niedersachsen

Am 15. Dezember 2023 lebten in Niedersachsen 90.281 Pflegebedürftige dauerhaft in 1.409 Heimen. Belegt waren 85,5 % der 105.539 Plätze, im Bund 88,7 %. Ein Heim hat hier im Schnitt 75 Plätze, im Bund 78. Von allen 623.071 Pflegebedürftigen im Land lebten 15,0 % im Heim (Bund 14,1 %), 344.914 wurden allein von Angehörigen versorgt.

Stichtag 15.12.2023HeimePlätzeBewohner
Dauerpflege1.409105.53990.281
Kurzzeitpflegegeheimgeheim3.397
Tages- und Nachtpflegegeheimgeheim24.345

Geheim: Destatis veröffentlicht diese Werte für Niedersachsen nicht, weil sonst Rückschlüsse auf einzelne Heime möglich wären.

Landesrecht und Hilfen in Niedersachsen

Niedersächsisches Gesetz über unterstützende Wohnformen (NuWG)
Die Bauverordnung dazu wurde im März 2026 geändert. Die Heimaufsicht sitzt beim Landkreis, bei der kreisfreien Stadt oder bei einer großen selbständigen Stadt, je nachdem, wo das Heim liegt.
Geld vom Land
Pflegewohngeld gibt es in Niedersachsen nicht. Das Land fördert die Investitionskosten von Pflegediensten, Tagespflege und Kurzzeitpflege, nicht die der Dauerpflegeheime.
Beratung vor Ort
Das Land fördert 45 Senioren- und Pflegestützpunkte, höchstens einen je Landkreis oder kreisfreier Stadt. Zur Übersicht

Unsere Einordnung

Niedersachsen ist eines der günstigsten Länder, und für fast alle Nachbarn ist es das günstigere Umland. Ein Doppelzimmer ist in älteren Häusern weiterhin möglich, seit die Quote dort gestrichen ist. Wer ein Einzelzimmer will, sollte das im Heimvertrag festhalten.

Häufige Fragen

Wie stark sind die Heimkosten in Niedersachsen gestiegen?

Im ersten Jahr zahlen Bewohner 223 € mehr als ein Jahr zuvor: 3.008 € statt 2.785 € im Monat (+8,0 %). Der Pflegeanteil stieg um 197 €, Unterkunft und Verpflegung stiegen um 34 €, die Investitionskosten stiegen um 21 €.

Muss ein Pflegeheim in Niedersachsen Einzelzimmer anbieten?

Nur neuere Heime. Wer seit dem 1. Oktober 2022 eröffnet oder gebaut hat, braucht mindestens 70 Prozent Einzelzimmer (§ 2 Abs. 2 NuWGBauVO). Seit dem 14. März 2026 gilt die Quote für ältere Heime nicht mehr, viele Ratgeber nennen noch die alte Regel. Zimmer für mehr als zwei Personen müssen aber auch dort bis 2033 verschwinden.

Quellen und Stand

Redaktion Pflege-Kostenrechner.de, geprüft am 28. September 2026. Verbindlich ist die Preisliste des Heims.